Dienstag, 3. April 2018

Auf ins Blütenmeer

Unser erster Abend in Japan endete mit einer kleinen Erkundungstour durch die Umgebung, vorbei am großen Kitano-Tenmangu, einem Schrein der Tenjin, dem Gott des Wissens und Lernens gewidmet ist.



Am nächsten Morgen brachen die Männer noch einmal auf, um sich im neuen Wohnumfeld zu orientieren. Diesmal führte der Weg in die entgegengesetzte Richtung zum Fluss Horikawa, an dem sich der Frühling in voller Pracht zeigte.


Natürlich stolperten wir in der "Stadt der tausend Schreine" auch über einige ebensolche. Vom größeren Seimei-Schrein, der gleich mit seiner eigenen Instagram-Seite und Twitter-Hashtags warb, bis zum kleinen Straßenschrein in einer Sackgasse im Wohngebiet war alles dabei.

 Poti bei der rituellen Reinigung vor Betreten des Schreins



Und dann ging es los. Mit dem Bus fuhren wir einmal quer durch - bzw. eher um - die Stadt bis nach Higashiyama. Dieser Stadtteil besteht aus dem östlichen Teil der Berge, die Kyoto an drei Seiten umgeben. Auf einmal war es vorbei mit der Ruhe, denn Higashiyama ist ein Touristen-Hotspot schlechthin. Den Berg hinauf windet sich eine enge Straße, auf der sämtliche Touristen der Stadt unterwegs zu sein scheinen. Was aber keineswegs Taxis daran hindert sich auch noch einen Weg durch die Massen zu bahnen.

Am Wegesrand finden sich dann auch unzählige kleine Läden, die Souvenirs, Kitsch und japanische Speisen anbieten. Ein Paradies für unsere Japan-Erstis, die sich ausgiebig durch die hiesigen Leckereien futterten.
 Gebratener Tintenfisch am Stiel

 Manju (gefüllte Hefeteigklöße), Grüntee-Eis mit Rote-Bohnen-Füllung und Dango (Reismehlklöße mit süßer Sojasoße)


Letztlich erreichten wir am Ende des Weges den Kiyomizu-Tempel, den Tempel des Reinen Wassers. Der Kiyomizu ist eines der Wahrzeichen Kyotos und Weltkulturerbe. Besonders bekannt ist seine Terrasse, die allerdings aktuell restauriert wird und daher nicht ihren schönen Ausblick auf die Stadt bieten kann. Das macht aber nichts, schließlich hat das Tempelgelände auch sonst viel zu bieten.


Auf Ema-Täfelchen werden Wünsche an die Götter aufgeschrieben. Es gibt sie jeweils passend mit Motiven zum chinesischen Jahres-Sternzeichen (aktuell Jahr des Hundes) und Jahreszeit.




Während der Tempel selbst buddhistisch ist, befindet sich auf seinem Gelände auch ein shintoistischer Schrein, den wir kurz den Liebes-Schrein nennen werden. Denn die Gottheit, der er gewidmet ist, kümmert sich um alle zwischenmenschlichen Belange. Und damit meinen wir ALLE.
Hier gibt es neben den üblichen Orakeln viele Glücksbringer die bei allen Schritten vom Finden eines Partners bis zu Heirat und Geburt der Kinder helfen sollen.
Das bekannteste Ritual sind die Liebessteine - zwei etwa 20 Meter voneinander entfernte Steine auf dem Gelände. Mit geschlossenen Augen muss man den Weg von einem zum anderen zurücklegen, um bald die große Liebe zu finden.






Dieser hübsche Steingarten gehört zu einem vor 1200 Jahren gegründeten Tempel etwas abseits des Kiyomizu


Unser Rückweg führte uns vorbei an einer der bekanntesten Pagoden Kyotos vorbei (googelt mal Fotos von Geishas in Kyoto und schaut, ob ihr die Straße wiederfindet).
Aus Higashiyama kamen wir letztlich nach Gion. Das alte Stadtviertel ist bekannt für seine hochklassigen (und entsprechend teuren) Restaurants und für die Geisha, die hier ihre Ausbildung absolvieren und ihre Arbeit ausüben.



Wir erreichten Gion am Yasaka-Schrein, der aktuell zu einem Meer aus Blüten geworden ist. Dort fand zu unserer Freude gerade ein Kirschblüten-Fest statt, für das dutzende kleine Fressbuden auf Kundschaft warteten. Was bedeutet das? Noch mehr zu Futtern für uns!






Vom Schreingelände ging es dann aus dem traditionellen ins moderne Kyoto, wo hunderte Busse und Autos sich durch die Straßen drängeln. Kurz liefen wir noch durch die Seitengassen Gions vorbei an den teuren Gasthäusern und konnten sogar ein paar Geishas dabei beobachten, wie sie zu Taxis und Terminen eilten.



Seinen Ausklang fand der Tag dann am Fluss Kamogawa, der derzeit ebenfalls von vielen blühenden Bäumen gesäumt wird. Hier genossen wir die Ruhe, das warme Wetter - hatte ich schon die 24 Grad erwähnt, die hier konstant herrschen? - und einen leckeren Umeshu (Pflaumenwein) aus einem spezialisierten Geschäft in Gion.





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